pfeilbrecherin und feuerläuferin…
was ein samstag! was eine erfahrung! was für eindrücke! was für ein tiefgehendes erlebnis… ich kann, auch 24 stunden später noch immer nicht fassen, dass ich es tatsächlich getan habe. ohne mit der wimper zu zucken, ohne zu zögern, einziger moment: durchatmen und sammeln… aber jetzt von vorne:
ich fuhr gegen 10.30 uhr bei eiskalten -10 grad zum wilhelmsteg, wo mein erster feuerlauf stattfinden sollte. auf dem weg bot sich mir bereits ein traumhaft schönes winterlandschaftsbild, denn alles war weiss vom frost. dort angekommen empfing mich ansgar schon, verbot mir, kissen zu schleppen und schickte mich zur nister ans eigens aufgestellte zelt, wo bereits pia, eine wiederholungstäterin, wartete. hinzu gesellten sich kerstin und ihre mum, björn und sein kumpel, die die nacht draußen übernachten würden und chantal, die bei ansgar eine ausbildung zur wildnispädagogin begonnen hatte. später kamen noch esther (ebenfalls ausgebildete feuerlauftrainerin) und martin, die aus freiburg anreisten, dazu… eine gruppe, die unterschiedlicher nicht sein konnte und doch vom ersten moment an wundervoll harmonierte.

nach erfolgter vorstellungsrunde incl. nennung, warum man so wahnsinnig ist, dass man sich für SOWAS anmeldet, erzählte ansgar von den ersten feuerläufen überhaupt, seinem ersten feuerlauf und dem, was er bei ihm bewirkt hatte… wir räucherten, rieben uns mit agua de florida ein (was ein duft ❤️), machten dann eine pause draussen in der sonne, eng mit der kaffeetasse verbunden.

der nächste teil war dann der schriftliche. nachdem wir unserer nase eine rapé-zeremonie gegönnt haben, sollten wir aufschreiben, was wir loslassen wollten und um was wir das feuer bitten. diese wünsche würden dann während des stapeln des feuerholzen (birke) eingeschichtet und dann verbrannt. danach verteilte ansgar pfeile, die wir mit dem, was uns am wichtigsten war, loszulassen. danach durften WIR eben diesen holzpfeil nicht mehr loslassen. so kann ich wenigstens jetzt behaupten, mal mit einem pfeil in der hand auf wc gewesen zu sein… 😉

nach der leckeren kartoffelsuppe ging es daran, das feuer aufzubauen. wir schichteten die birkenstammhölzer nach ansgars anweisung auf, machten den kerstin-kann-oben-drauf-stehen-test (dabei war ich doch die mit den roten haaren!) und erhielten im anschluss daran jeder eine fackel, die wir reihum entzündeten.

das feuer wuchs langsam zu beachtlicher größe und es wurde auch allerhöchste zeit, dass es wärmte, schließlich war die sonne mittlerweile weg und es wurde biestig kalt… unsere wünsche lösten sich in rauch auf, der holzstapel konnte jetzt durchbrennen, um dann zu glut zu werden. wir meditierten im zelt noch zu ansgars trommeln und gingen zurück, um unsere pfeile zu brechen…

schließlich standen wir vor der glut… zeit, das gelernte umzusetzen… focus goes, where energy flows! es war unglaublich. nicht nur, dass einem vor und nach dem lauf die füße im schnee bei -12 grad abfroren, nein, sie wurden auch gepiesackt von 600-800 grad heißer glut… es war WAHNSINN!!! ich habe es getan! 3x… und ich werde es wieder tun! transformation pur!
später warfen wir das übrige feuerholz in die glut und standen noch am wiederauflodernden feuer. um 19 uhr fuhr ich tatsächlich nach hause, unsagbar glücklich, meinen zerbrochenen pfeil in händen, den an 3 stellen geküssten füßen und einem dicken, fetten lächeln im gesicht…

danke, lieber ansgar, für dieses magische ereignis… danke auch an alle, die dabei waren 🙏🙏🙏
